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Vorbeugung und Stärkung des Immunsystems

Der Herbst ist die Zeit, um das Immunsystem zu stärken, die Widerstandskraft des Körpers zu erhöhen und ihn auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Im Sinne der ayurvedischen Medizin beruht die Kraft des Immunsystems in erster Linie auf dem Fluss der drei Lebenskräfte (Prana, Tejas, Ojas), einem gutem Verdauungsfeuer (agni), einem optimalen Stoffwechsel, gesunder Leberfunktion und dem harmonischen Funktionieren des endokrinen Systems.

Ein geschwächte Immunabwehr ist die Folge von großem Stress, psychischer Unausgeglichenheit, negativen Gefühlen, der Ansammlung von Giftstoffen im Körpers, Stoffwechselstörungen, unpassender Ernährung und ungesunder Lebensweise. All dies beeinflusst wesentlich die Bildung der essentiellen Lebenskraft Ojas, welche die reine Essenz des Kapha Doshas ist und das grundlegende Prinzip des Immunsystems in Form von geistiger und körperlicher Gesundheit repräsentiert. Sie wird während einer richtig ablaufenden Verdauung und Aufnahme der Nährstoffe gebildet.Wenn die Kraft des Verdauungsfeuers (agni) unzureichend ist, dann schwächt die Ansammlung von Toxinen die Bildung dieser Essenz und reduziert so die Widerstandskraft des Immunsystems.

Ojas ist eine biologische Substanz, die während der Biosynthese in jedem der sieben Körpergewebe produziert wird. Sie bildet die Energiereserve des ganzen Körpers und ist für seine Vitalität, Stärke, Widerstandskraft und Immunabwehr zuständig. Sie bildet aktiven Schutz gegen Viren, Bakterien und Infektionen. Ein niedriges Niveau an Ojas kann Brustschmerzen, Herzklopfen, Atemlosigkeit, Dehydrierung, Muskelatrophie, Osteoporose und Krebserkrankungen hervorrufen. Zu seiner Verminderung können exzessive sexuelle Aktivität, mentale Erschöpfung und intensive Frustration beitragen. Die natürliche Bildung von Ojas wird durch Meditation gefördert, die mit bewusster Atmung und Konzentration auf die Gegenwart der Lebenskraft im Herzchakra verbunden ist. Diese Stille im Verstand ohne Bewertungen, Wünsche oder Stress bringt mentale Stabilität, energetisiert den Körper und erweckt die Kraft der Seele.

Tejas ist die reine Essenz des Pitta Doshas und repräsentiert das innere Strahlen, die äußere Ausstrahlung der Persönlichkeit und das Prinzip der biologischen Intelligenz jeder Zelle der Körpergewebe. Auf der äußeren Ebene verkörpert es die Wärme und den Glanz der Sonne, auf der inneren Ebene die brennende Flamme des inneren Lichts, Hitze, Verdauung, Stoffwechsel, Zellintelligenz, Bewegung und dynamische Energie unseres Lebens. Der Körper verfügt daher über eine eigene Intelligenz und Selbstheilungskraft. Er weiß, wie er sich im Krankheitsfalle regenerieren kann und welche Abwehrmechanismen in kritischen Situationen nötig sind. Deshalb ist es wichtig zu lernen, wie man richtig auf den Körper hört. Tejas ist eine Energiesubstanz aus gekochter Nahrung, welche sanfter und leichter ist und besser vom Verdauungsfeuer verarbeitet werden kann. Heißes Wasser hat einen reinigenden und entgiftenden Effekt auf die Verdauung. Kaltes Wasser bildet Toxine und schwächt die Verdauung. Deshalb ist es viel schwieriger, die drei essentiellen Lebenskräfte (Ojas, Tejas und Prana) nur von Rohkost zu gewinnen.

Prana ist die reine Essenz des Vata Dosha und verkörpert die grundlegende Lebenskraft, welche zuständig ist für die Aktivität des Atem- und Kreislaufsystems, zusammen mit den motorischen und Sinnesfunktionen des Körpers. Sie ist die treibende Kraft hinter den höheren Gehirnaktivitäten, dem Blutkreislauf und der Sauerstoffversorgung der Körpergewebe und Zellen. Die Atmung beeinflusst das harmonische Zusammenwirken von rationaler männlicher und intuitiver weiblicher Energie in Form von Ein-und Ausatmung durch das rechte (männliche) und linke (weibliche) Nasenloch. Ein regelmäßiger und ruhiger Atemrhythmus ist deshalb ein wichtiges Instrument für die bewusste Kontrolle unserer Emotionen und Gedanken und für die Vertiefung unserer spirituellen Wahrnehmung.  

Alle drei Substanzen (Prana, Tejas, Ojas) weilen im Herzchakra, durchdringen jedoch gleichzeitig den ganzen Körper und den Verstand. Wenn Vata Dosha anfängt, Ojas auszutrocknen, dann kann das zu Gewichtsverlust und zum Erschöpfungssyndrom führen. Stark erhöhtes Pitta Dosha hingegen kann ein starkes Ansteigen von Tejas bewirken, welches dann buchstäblich das Immunsystem verbrennt und Autoimmunerkrankungen hervorrufen kann, bei denen die Körperzellen beginnen, Antikörper zu bilden, welche die gesunden Zellen zerstören. Das ist der Fall bei Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Gicht, rheumatischem Fieber, Multipler Sklerose, Psoriasis, Dermatitis oder dem Raynaud- Syndrom.Stark erhöhtes Kapha Dosha blockiert den Fluss von Ojas, was dann zu Atemnot, schweren Gliedmaßen, Gelenködemen oder -lipomen, Diabetes, Übergewicht, zu hohem Cholesterinspiegel und Bluthochdruck führt. Es können auch Glaukome auftreten. Der beste Weg, um die drei Lebenskräfte (Ojas, Tejas und Prana) aufzufüllen ist die regelmäßige Einnahme von Chyawanprash, Milch, Ghee, Honig, Safran, Reis, Mandeln, Rosinen und Spargel

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